Pro Bono Rechtsberatung

Der lateinische Begriff “pro bono publico” (häufig als “pro bono” abgekürzt) bedeutet “zum Wohl der Öffentlichkeit”. Zumeist wird der Begriff verwendet, um unentgeltliche, professionelle Tätigkeit im Dienste der Gesellschaft zu beschreiben.

Im Unterschied zu sonstigem gesellschaftlichem Engagement werden im Rahmen der Pro-Bono-Tätigkeit berufsspezifische Kenntnisse und Fähigkeiten eingesetzt. Begrifflich umfasst ein derartiges Engagement verschiedene Tätigkeitsbereiche, etwa Rechtsberatung, Medizin, Technologie oder Unternehmensberatung.

Pro-Bono-Rechtsberatung ist in Deutschland nicht gesetzlich definiert. In Deutschland wird unter Pro-Bono-Rechtsberatung jedoch regelmäßig die unentgeltliche, weil in einem weiteren Sinne gemeinnützige Rechtsberatung bzw. rechtliche Vertretung, verstanden. Pro Bono dient nach allgemeinem Verständnis etwa auch dazu, Rechtsstaatlichkeit und Menschenrechte zu fördern und deren Anerkennung zu verbreiten. Das Know-how und die Ressourcen einer Rechtsanwaltskanzlei sollen einem guten Zweck zur Verfügung gestellt werden. Rechtsanwälte engagieren sich für die Gesellschaft im Rahmen ihrer beruflichen Tätigkeit.

Die Mitglieder des Pro Bono Deutschland e.V. haben die folgende Definition entwickelt, die für ihre Pro-Bono-Tätigkeit maßgeblich ist:

“Pro-Bono-Rechtsberatung ist die unentgeltliche Rechtsberatung für einen guten Zweck und besteht in der Beratung und Vertretung gemeinnütziger Organisationen, Nichtregierungsorganisationen, Stiftungen und bedürftiger Privatpersonen, die berechtigte Anliegen verfolgen, jedoch nicht in den Genuss der gesetzlichen Kostenhilfe kommen sowie in dem Engagement zur Förderung und Verbreitung von Rechtsstaatlichkeit und Menschenrechten. Ziel der Pro-Bono-Rechtsberatung ist es, die fachliche Expertise und die Ressourcen einer Rechtsanwaltskanzlei einem guten, meist zudem gemeinnützigen Zweck zur Verfügung zu stellen und so im Rahmen der beruflichen Tätigkeit bürgerschaftliches Engagement zu entfalten. Pro-Bono-Rechtsberatung ist denselben professionellen Qualitätsanforderungen verpflichtet wie entgeltliche Rechtsberatung. Pro Bono-Rechtsberatung greift zudem grundsätzlich nur solche Mandate auf, für die es keinen oder nur einen eingeschränkten “Markt” gibt. Die Nachfrager nach solchen Beratungsleistungen sind zumeist wirtschaftlich oder aufgrund ihrer Statuten nicht in der Lage oder aufgrund prioritärer Verwendung ihrer Mittel für ihre eigentlichen gemeinnützigen Aufgaben nicht bereit, Rechtsberatungskosten zu tragen.”

Hierbei stehen die Merkmale “unentgeltliche Rechtsberatung” und “für einen guten, meist zudem gemeinnützigen Zweck” im Vordergrund. Zudem tritt die Pro-Bono-Rechtsberatung durch die Mitglieder des Pro Bono Deutschland e.V. nicht in Konkurrenz zur entgeltlichen Rechtsberatung, für die Beratungshilfe oder Prozesskostenhilfe beantragt werden könnte.